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Römisch-Katholische Kirche in Deutschland Römisch-Katholische Kirche in Deutschland mehr als der Papst in Rom mehr als die Bischöfe in Deutschland mehr als der Pfarrer vor Ort, mehr als Sonntagspflicht und Sexualmoral und mehr als Kirchensteuer und Kruzifixurteil. Das ist eine Gemeinschaft von Christen, die ... sich als Kirche Jesu Christi betrachtet. sich als katholisch versteht. sich mit dem Papst in Rom und der ganzen Weltkirche verbunden weiss. deutschlandweit in vielen kleinen Gemeinden und Gruppen lebt. Sie besteht aus ... vielen Bistümern und Pfarrgemeinden zahlreichen Ordensgemeinschaften und geistlichen Bewegungen unzähligen Jugend- und Erwachsenenverbänden. Kirche Jesu Christi
Die Christen sind zu einer Gemeinschaft zusammengerufen. Sie versuchen in ihr das umzusetzen, was Jesus Christus ihnen aufgetragen und der Kirche mitgegeben hat. Dabei schöpft sie ihre Glaubensüberzeugungen und ihre Deutung der gegenwärtigen Situation aus drei Quellen: dem Wort Gottes, das in der Bibel geschrieben steht ("Schrift") dem Schatz überlieferter Glaubenserfahrungen ("Tradition/kirchliches Lehramt") und der Feier des Gottesdienstes, insbesondere aus ihren Texten und Feierformen ("Liturgie"). Zwei Bilder aus der Bibel beschreiben näher, was Kirche ist: Das Bild vom "Volk Gottes" greift die Überzeugung auf, dass Gott einen Bund mit den Menschen geschlossen und sie damit zu seinem Volk gewählt hat. Die fürsorgende Nähe Gottes zu den Menschen drückt sich darin genauso aus wie die Herkunft der Menschen aus der Liebe Gottes (Erschaffung der Welt). Das Bild vom "Leib Christi" versucht, das Innenleben der Kirche mit einem lebendigen Organismus zu vergleichen. Zu dessen Aufrechterhaltung werden viele verschiedene Organe gebraucht. Jedes für sich ist dabei wichtig. Katholisch - allumfassend und alles einschließend
Mit seiner Botschaft wandte sich Jesus Christus allumfassend an alle Menschen, an alle Völker und Rassen, an alle Bevölkerungsgruppen, an alle Geschlechter und Altersgruppen. Genauso hat nun die Kirche die Aufgabe, diese "katholische" Frohbotschaft überall auf der Welt zu verkünden und zu bezeugen. Jesus Christus rief mit seiner Botschaft alle Menschen zu einer alles einschliessenden Gemeinschaft zusammen. In gleicher Weise sollen sich auch die einzelnen christlichen Gemeinden vor Ort in einer weltumspannenden Gemeinschaft gleichgesinnter Christen wissen und ein Gemeindeleben pflegen, in das alles Interessierten eingebunden werden. Übrigens wurde "katholisch" in der Reformationszeit (16. Jahrhundert) seitens der entstandenen evangelischen Kirchen mit dem Etikett "römisch-katholisch" versehen. Dennoch sind alle christlichen Kirchen von der allumfassenden (=katholischen) Einheit der Kirche genauso überzeugt, wie die Botschaft Jesu Christi (=Evangelium) Norm des Handelns in allen Kirchen ist. In unserem Jahrhundert sind die Bemühungen verstärkt worden, die Trennung der Kirchen zu überwinden und aufeinander zuzugehen. Gemeinsamkeiten in der christlichen Wurzel und im Verständnis der Bibel wurden großteils wieder freigelegt. Und vielerorts gibt es zahlreiche - unter dem Begriff "Ökumene" zusammengefasste - Begegnungen und gemeinsame Veranstaltungen von katholischen und evangelischen Gemeinden. Mit dem Papst in Rom und mit der ganzen Weltkirche verbunden
Auch wenn es vielleicht von außen nicht den Anschein hat, so werden viele kirchliche Entscheidungen nicht einfach von oben beschlossen, sondern entstehen oftmals in langen Prozessen, an denen - in quasi demokratischen Strukturen - Christen aller Schichten und "Rangstufen" beteiligt sind. Nicht zuletzt das kirchliche Gesetzbuch sieht solche Beratungsprozesse von unten nach oben ausdrücklich bei wichtigen Entscheidungen vor. Trotz des römischen "Zentrums" der katholischen Kirche wird keine Einheitskultur - etwa verbunden mit europazentrierten Tendenzen - angestrebt. Vielmehr ist die katholische Kirche auf der ganzen Welt bemüht, die Kulturen vor Ort zu achten und von ihnen zu lernen. Behutsam versucht sie (mittlerweile) die vorhandene örtliche Kultur und die Frohe Botschaft Jesu Christi zu verbinden. Deutschlandweit in vielen Gemeinden und Gruppen
Da gibt es die zahlreichen Pfarrgemeinden (bzw. Pfarreien oder Pfarren) und Seelsorgebereiche (bzw. Pfarrverbände oder Pfarrverbünde) vor Ort, in denen Menschen aller Generationen und Schichten zusammenkommen, die in einem Stadtteil, Ort oder einer Region leben. Überregional gehören die Pfarrgemeinden zu einem Bistum (mancherorts auch "Diözese" genannt), dem ein Bischof vorsteht. Daneben gibt es zahlreiche geistliche Ordensgemeinschaften, in denen Frauen bzw. Männer in vielen Niederlassungen (Klöster, Abteien usw.) ein gemeinsames Leben führen und dieses Leben in besonderer Weise an der Frohbotschaft Jesu Christi ausrichten. Sie leisten sowohl in allgemein gesellschaftlichen Bereichen (sozial-caritative Einrichtungen, Bildungshäuser usw.) als auch innerhalb der katholischen Kirche (geistliche Besinnung, Gesprächsangebot) vielfältige Hilfestellungen. Darüber hinaus sind viele Katholiken in christlichen Verbänden bzw. Vereinen organisiert. Hier finden sich Gleichgesinnte (Jugendliche, Arbeiter, Frauen, Senioren, Behinderte usw.) zusammen, um konkret das umzusetzen, was Jesus Christus zu leben verkündet hat. Die katholische Kirche in Deutschland mit Ihren einzelnen "Ortskirchen" (d. h. den Bistümern bzw. Diözesen) gehört zur weltweiten katholischen Kirche. Diese Weltkirche hat im Vatikan ihre "Verwaltungszentrale" und gemeinsame diplomatisch-politische Vertretung. Im Papstamt findet sie ihre zeichenhafte Mitte auf Erden. Jede kirchliche Verwaltungsstelle und jeder christliche Leitungsdienst steht jedoch vor dem Anspruch, auf das eigentliche Zentrum der Kirche hinzuweisen: auf Jesus Christus, der in seinem Tod und seiner Auferstehung die Menschheit erlöst hat, und auf seine Wiederkunft. Zu diesem "guten Ende" hat sich die Kirche auf den Weg durch die Zeit gemacht. Mit dem Ende der Zeiten ist dann auch das Ende der Kirche gekommen, wenn die ganze Welt von der unendlichen Liebe Gottes umfangen wird und heimkehrt in sein Reich. Nicht erst auf dieses Jenseits zu warten, sondern jetzt schon an seinem Reich mitzubauen, dazu sind die Menschen auf Erden gerufen. Diplom-Theologe Andreas Schwenzer
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